Unsere Erde, der Katastrophenplanet

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Beitrag von Admin am Sa Aug 29, 2009 10:00 pm

Eigentlich ist es ein Wunder, dass es Leben auf der Erde gibt. Denn während seiner frühen Geschichte wurde unser Planet von zahlreichen Katastrophen heimgesucht.



Angesichts der Umstände in der Frühzeit der Erde wäre es wahrscheinlicher gewesen, dass Leben entweder gar nicht entstand oder schnell wieder ausgelöscht wurde. Denn in diesen frühesten erdgeschichtlichen Perioden wurde unser Planet von zahlreichen desaströsen Ereignissen gebeutelt: Einschläge großer Meteoriten wechselten mit titanischen Vulkanausbrüchen und totalen (oder zumindest fast totalen) Vereisungen. Am Anfang stand sogar die Kollision der Erde mit einem anderen Himmelskörper.

Zwar steht nicht mit Sicherheit fest, ob es all diese Ereignisse wirklich gab. Doch immer wieder finden sich Indizien dafür, die Geologen, Astrophysiker, Chemiker und Biologen in jüngster Zeit zu einem detaillierten Bild der frühen Erdzeitalter zusammensetzen konnten. Begonnen hat die Geschichte unseres Planeten in einer Hadäan (vom griechischen Namen „Hades“ für die Unterwelt) genannten Epoche. Geowissenschaftler sprechen von Äonen. Sie währte von der Bildung unseres Planetensystems vor 4,56 Milliarden Jahren bis vor etwa 3,8 Milliarden Jahren.

Die erste Katastrophe kurz nach der Geburt
Dessen Entstehungsphase können die Forscher durch Messungen der Mengenverhältnisse radioaktiver Substanzen beziehungsweise deren Zerfallsprodukte so präzise datieren. Sie finden sich in bestimmten Steinmeteoriten, den Chondriten. Sie enthalten „Chondrulen“ genannte, millimetergroße Kügelchen. Diese entstanden, als die Sonne, bedingt durch die in ihrem Innern einsetzenden Kernfusionsreaktionen, aus einer kollabierenden Gaswolke zu einem leuchtenden Stern geworden war. Ihre Strahlung schmolz die Staubkörnchen, die sie in einer protoplanetarischen Scheibe umkreisten. Diese Tröpfchen verbanden sich zu den Chondrulen, die somit zu den ältesten und einfachsten Objekten des Sonnensystems zählen. Sie bestehen aus Mineralien wie Pyroxen und Olivin. Die Minipartikel kollidierten untereinander sowie mit Staubkörnchen. Dabei verbanden sie sich zu größeren Körpern, den „Planetesimalen“. Aus diesen Klumpen bildeten sich schließlich Asteroiden und letztendlich die Planeten, darunter die Erde.



Diese erlitt kurz nach ihrer Geburt die erste Katastrophe, und zwar gleich die größte von allen. Sie ereignete sich vor 4,53 Milliarden Jahren und nahm vermutlich von einem der Lagrange-Punkte ihren Ausgang. Sie sind nach dem französischen Physiker Joseph-Louis Lagrange benannt. Er hatte im 18. Jahrhundert herausgefunden, dass auf der Bahn eines Planeten auch ein leichteres Objekt umlaufen kann, wenn es um 60 Grad versetzt vor oder hinter dem großen Trabanten herfliegt. Tatsächlich wurden an den Lagrange-Punkten von Mars, Jupiter und Neptun Asteroiden gefunden, die Astronomen tauften sie „Trojaner“.

Zusammenprall mit einem Trojaner
In der Frühzeit des Sonnensystems soll es einen solchen Trojaner auch auf der Umlaufbahn der Erde gegeben haben. Er wuchs, wie die übrigen großen Körper im Sonnensystem, durch Kollisionen mit Planetesimalen weiter. Als er ungefähr zehn bis 15 Prozent der Erdmasse und damit die Größe unseres Nachbarplaneten Mars erreicht hatte, wurde seine Bahn instabil. Er trudelte auf die Erde zu und prallte schließlich mit ihr zusammen.

Die dabei freigesetzte Energie ließ in nur einer Stunde die Kruste und den oberen Gesteinsmantel unseres Planeten schmelzen, eine riesige Lavafontäne schoss empor. Das ausgeschleuderte Material erstreckte sich fast vier Erdradien weit hinaus ins All. Der Eisenkern des Riesenmeteoriten sank durch die glutflüssige Masse in die Tiefe und verband sich mit dem Erdkern. Am folgenden Tag formte das Auswurfmaterial, das nicht zum Boden zurückgefallen war, einen Trümmerring, der die Erde umkreiste. Er war jedoch instabil und verdichtete sich innerhalb eines Jahrhunderts unter dem Einfluss seiner eigenen Schwerkraft zu einem Gesteinsklumpen – der Erdtrabant war geboren, wie wir ihn heute noch kennen. Deshalb tauften die Forscher den Einschlagskörper „Theia“, nach der Titanin in der griechischen Mythologie, welche die Mondgöttin Selene gebar.Von FOCUS-Redakteur Michael Odenwald www.focus.de

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