Projektile aus dem All

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Beitrag von Admin am Sa Okt 17, 2009 7:51 am

Das Naturschauspiel in Norddeutschland hat viele Menschen in seinen Bann gezogen. Die Erde wird häufiger von größeren Meteoriten getroffen – dies beweisen riesige Einschlagkrater.

Die Aufregung in Norddeutschland war groß: Anrufer wandten sich an die Polizei und berichteten, sie hätten einen Feuerball oder brennende Ballone gesehen. Experten ordnen diese Beschreibungen ein: Die Beobachtungen seien typisch für Meteoriten, erklärte Klaus Jäger, der Koordinator des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg. Die Berichte der Menschen sprächen für einen größeren Meteoriten, wenn dieser in relativ flachem Winkel auf die Erdatmosphäre auftreffe und zerberste, sagte Jäger. Das Lichtspiel ereigne sich in etwa 100 Kilometern Höhe. In der Regel erreichten die Teile nicht den Boden. Der letzte nachgewiesene Meteoriten-Einschlag in Deutschland war 2002.

Per Definition sind Meteoriten mehr oder weniger große Bruchstücke von Asteroiden oder Kometen, die auf der Erde landen. Die meisten dieser Körper verglühen jedoch beim Eintritt in die Erdatmosphäre, die resultierende Leuchterscheinung wird als Meteor bezeichnet. Es gibt mehrere Klassen von Meteoriten. Gewöhnlich bestehen sie überwiegend aus Silikatmineralen oder einer Eisen-Nickel-Legierung, viele enthalten auch größere Mengen an Kohlenstoff.

Größere Objekte mit Massen von einigen Tonnen werden vom Luftwiderstand kaum abgebremst. Ein Bolide, der aus gefrorenen Gasen besteht, muss etwa 100 Meter Durchmesser haben, um den Flug durch die Erdatmosphäre zu überstehen, ein Eisen-Nickel-Meteorit 30 Meter. Diese Projektile treffen mit Geschwindigkeiten von 10 bis 70 Kilometern pro Sekunde auf die Erdoberfläche und können bis zu einer Tiefe von 100 Metern in den Untergrund eindringen. Dabei entsteht der typische Meteoritenkrater, denn das umliegende Material wird durch die hohe Einschlagsenergie weggesprengt.
Einschläge seien bei dem Naturschauspiel am Dienstagabend aber nicht registriert worden, sagte eine Sprecherin der Polizei im nordrheinwestfälischen Kreis Borken. Die Lichtblitze „sahen aus wie Silvesterraketen aus der Ferne“, sagte sie.

Von Meteoritenkratern sind die Planeten und Monde unseres Sonnensystems regelrecht übersät. Auch die Erde macht keine Ausnahme: In der Vergangenheit wurde sie immer wieder von Meteoriten aller Größenklassen getroffen. Doch durch Erosion und Verwitterung wurden die Spuren der meisten Treffer von ihrer Oberfläche getilgt. Heute sind noch etwa 200 große Einschlagstrukturen bekannt. Die vielleicht bekannteste ist der etwa 180 Kilometer große Chicxulub-Krater am nördlichen Rand der Yucatán-Halbinsel in Mexiko. Der Einschlag erfolgte vor 65 Millionen Jahren und löschte vermutlich die Saurier aus. Verursacher war ein Asteroid der 10-Kilometer-Klasse. Von FOCUS-Redakteur Michael Odenwald www.focus.de

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