Splinter Cell: Conviction"

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Beitrag von Admin am Fr Apr 23, 2010 6:17 pm

Sam Fisher ist raus aus dem Geschäft. Eigentlich. Doch als das ehemalige Third-Echolon-Mitglied – neuerdings im Strickpullover statt Vollgummianzug und mit Dreitagebart - gerade auf Malta bei einem Tässchen Kaffee entspannen möchte, holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Die Suche nach dem Mörder seiner Tochter Sarah erweist sich dabei noch als das geringste Problem, denn ehe Fisher sich versieht, befindet er sich in Ubisofts "Splinter Cell: Conviction" inmitten einer großen Verschwörung.






Mehr sei zur Handlung des neuesten "Tom Clancy"-Ablegers, der drei Jahre nach seiner Ankündigung nun endlich für PC und Xbox 360 erscheint, nicht verraten. Nur so viel noch: Die spannend erzählte Geschichte verläuft während der gut zwölfstündigen Spieldauer keineswegs linear, sondern lässt den Spieler auch immer wieder Schlüsselszenen aus Sams Vergangenheit, beispielsweise während seiner Zeit als Soldat im Irak, durchleben bzw. nimmt künftige Ereignisse vorweg.
Wohl am häufigsten im Vorfeld diskutiert wurde jedoch die Frage, was sich in spielerischer Hinsicht verändert hat. Die Antwort: so Einiges – und zwar durchwegs zum Positiven. Die wichtigste Neuerung: Sam ist nicht mehr länger Befehlsempfänger, sondern handelt auf eigene Faust. Die bislang häufig geltende Devise, Opfer zu vermeiden und möglichst unsichtbar zu agieren, ist damit weitgehend außer Kraft gesetzt. Das heißt zwar nicht, dass Sam zur Gänze ohne Schleichen auskommt, wohl aber, dass er nicht mehr so bedacht vorgehen muss, was unter anderem auch daran zu erkennen ist, dass Leichen nicht mehr aus dem Weg geschafft, sondern einfach an Ort und Stelle liegengelassen werden.







Neue Features
Deutlich wird Sams Wandlung zum Action-Haudegen aber auch an der Art und Weise, wie er über Hindernisse hinwegspringt oder von Deckung zu Deckung hechtet, um während Feuergefechten Schutz zu suchen. Oder daran, wie er mit Hilfe der neuen "Markieren und Ausschalten"-Funktion binnen Sekundenbruchteilen mit tödlicher Präzision Gegner – der Titel impliziert es - ausschaltet. Um diese Neuerung, bei der zwei beliebige Ziele in Reichweite anvisiert und dann auf Knopfdruck unter Beschuss genommen werden können, in Anspruch nehmen zu können, muss jedoch zuerst ein Feind im Nahkampf beseitigt werden. Und dafür braucht es dann eben doch wieder Sams Schleichfähigkeiten, sodass sich Stealth- und Action-Elemente schlussendlich die Waage halten.






Im Zusammenhang mit dem Anpirschen kommen auch zwei weitere Neuerungen zum Tragen: Zum einen ist Sam nun nicht mehr auf einen Lichtmesser angewiesen, der ihm anzeigt, ob er für seine Feinde sichtbar ist oder nicht. Stattdessen färbt sich der Bildschirm schwarz-weiß, wenn Sam vom Gegner unbemerkt im Dunkeln lauert. Für den Spieler hat dies den Vorteil, nicht ständig mit einem Auge auf eine Anzeige schielen zu müssen. Zum anderen führt Ubisoft mit "Conviction" die sogenannte "letzte bekannte Position" ein: Wird Sam entdeckt, verbleibt eine Silhouette an der Position, an der er vom Gegner zuletzt gesehen wurde. Die Bemühungen des Feindes konzentrieren sich fortan auf diesen Punkt, was Sam wahlweise ein paar kostbare Sekunden für die Flucht verschafft oder ihm erlaubt, die derart abgelenkten Feinde mit einem Angriff über die Flanke zu überraschen.
Jede Menge Waffen und Gadgets
Dabei profitiert Sam von einem gewohnt üppigen Repertoire an Waffen und natürlich den für die Serie bekannten Gadgets: Neben Haftkameras, der berühmten Nachtsichtbrille, ferngezündeten Minen oder einem mobilen EMP-Gerät, mit dem sich sämtliche Lichtquellen im Umkreis außer Funktion setzen lassen, stehen dem Ex-Agenten zahlreiche Handfeuerwaffen, Maschinengewehre, Flinten und Granaten zur Auswahl. Durch das Sammeln von Punkten, welche der Spieler durch Absolvierung bestimmter Herausforderungen im Spiel erlangt, lassen sich viele der Gerätschaften aufrüsten, um etwa Genauigkeit, Munitionskapazität oder Reichweite einer Waffe zu verbessern.
Auch in Sachen Spieldesign hat sich einiges getan. Neben der bereits erwähnten Schwarz-Weiß-Färbung ist man bei Ubisoft besonders stolz auf das Einbinden von Videos und Missionsangaben ins Spielgeschehen. Statt auf den Spielfluss störende Bildschirmanzeigen zurückzugreifen, werden viele Videos und spielrelevante Informationen einfach auf Wände projiziert und verschmelzen so mit der Handlung. Ebenfalls lobenswert sind die abwechslungsreichen Levelumgebungen, die Musikuntermalung und der knackige Sound. Abzüge gibt es hingegen auf die sich bald wiederholenden und oftmals wenig originellen Zurufe der Gegner. Ein paar Dialogzeilen mehr wären hier schön gewesen.





Im Koop-Modus geht die Party weiter
Ist Sams Abenteuer im Alleingang beendet, erwartet "Splinter Cell"-Fans zu guter Letzt noch ein umfangreicher Multiplayer-Part. In einer Koop-Kampagne können zwei Spieler via Splitscreen, System Link oder Xbox-Live in vier Missionen die Vorgeschichte zu "Conviction" erfahren. Darüber hinaus befinden sich mit "Jagd", "Letztes Gefecht", "Duell" und "Infiltration" vergleichsweise klassische Spielmodi der Sorte "Schalte alle Gegner aus" oder "Verteidige den EMP-Generator gegen die anrollenden Feinde" auf der Spieldisc.
Fazit: Mit "Splinter Cell: Conviction" gelingt Sam Fisher ein Befreiungsschlag. Über Jahre hinweg dazu verdammt, kriechend in dunklen Gebüschen zu lauern, darf der inzwischen sichtlich gealterte Haudegen endlich die Sau rauslassen. Alteingesessene Fans dürfte dies erst einmal verunsichern, doch die neue Freiheit, mit der Sam sich ab und zu nun auch mal regelunkonform verhalten darf, steht dem Ex-Agenten erstaunlich gut und spielt sich auch so. Schlussendlich kommen beide Seiten, Action-Fans und Stealth-Liebhaber, voll auf ihre Kosten, ohne dass die Serie dafür ihre über die Jahre liebgewonnen Prinzipien über den Haufen wirft.
Plattform: Xbox 360 (getestet), PC
Publisher: Ubisoft
krone.at-Wertung: 9/10

von Sebastian Räuchle www.krone.at

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