Monster Hunter Tri" bläst zur Großwildjagd

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default Monster Hunter Tri" bläst zur Großwildjagd

Beitrag von Admin am So Mai 16, 2010 2:24 pm

Halali! Oder vielleicht doch besser Hallelujah? Denn mit "Monster Hunter Tri" setzt Capcom der leidlichen Minigames-Flut auf Nintendos Wii ein Ende und beweist damit, dass die Günstig-Konsole noch immer zu Spielen mit Tiefgang taugt. Völlig problemfrei gestaltet sich die virtuelle Monster-Hatz aber trotzdem nicht.






Der neueste Ableger der vor allem in Japan hoch geschätzten Monster-Hunter-Reihe beginnt recht untypisch mit einem Erdbeben, welches große Teile eines Fischerdorfes dem Erdboden gleich macht. Als frisch angesiedelter Jäger, der zuvor nach den eigenen Vorlieben optisch gestaltet werden darf, sollte der Spieler eigentlich dem Ursprung der Erschütterung auf den Grund gehen, doch zuvor gilt es die beschädigte Infrastruktur wieder aufzubauen und den Dorfbewohnern ein paar Gefälligkeiten zu erweisen.



Jagen und sammel
Vor allem benötigt werden Rohstoffe, und so zieht der noch unerfahrene Waidmann in die umliegenden Wälder, um aus allerlei Getier und Gebüsch, sprich Pflanzen, nützliche Utensilien zu gewinnen. Der Sohn des Häuptlings dankt es ihm und tauscht die erbeuteten Felle, Knochen, Knollen, Kräuter, Beeren oder auch mit der Spitzhacke abgebauten Mineralien in Bares um, was wiederum beim örtlichen Schmied und anderen Händlern in neue Ausrüstung oder zur schmucken Dekorierung des Eigenheims investiert werden kann. Plize und Samen aller Art dürfen alternativ auch dem Farmer anvertraut werden, um die Produktion verschiedener Güter zu steigern.

Was nach einem beschaulichen Leben auf dem Land klingt, birgt in der Praxis jedoch gewisse Gefahren. Denn um an Felle bzw. Häute und Knochen zu gelangen, muss das entsprechende Tier logischerweise erst erlegt werden – und das, sobald die schützenden Wälder des Dorfes verlassen wurden, innerhalb einer vorgegebenen Zeit. Überhasten sollte man aber nichts, denn nur wer das Verhalten seiner Beute gründlich studiert und mit der nötigen Umsicht vorgeht, indem er zum Beispiel hier und da ein paar Fallen platziert, kommt auch zum Ziel.





Luftloch um Luftloch
Maßgeblich für den Erfolg verantwortlich sind die unterschiedlichen, teils nachträglich aufrüstbaren Jagdinstrumente, darunter jede Menge Schwerter, Äxte und Lanzen, aber auch die nun aus drei Teilen zusammengesetzte Armbrust oder die neue Morph-Axt, die sich praktischerweise bei Bedarf wie ein Schwert verhält. Dass allerdings nicht jede nächst teurere Waffe einen Vorteil mit sich bringt, muss der Jäger gerade anfangs mitunter schmerzhaft am eigenen Leib erfahren, insbesondere wenn die Schadenswirkung zu Lasten der Schlaggeschwindigkeit geht und man etwa bei der Jagd nach flinken Rehen ein Loch nach dem anderen in die Luft schlägt.
Hauptschuld an Luftlöchern trägt jedoch nicht die mitunter falsche Waffenwahl, sondern vor allem die fehlende Zielmarkierungsfunktion. Obwohl das Fehlen dieser von vielen bereits in den Vorgängern kritisiert wurde, bietet Capcom dem Spieler auch diesmal keine Möglichkeit, Ziele anzuvisieren und während des Kampfes zu verfolgen. Die Folge: Frust und Schreikrämpfe. Schade, denn in punkto Komplexität, Spielumfang und auch optischer Gestaltung – sei es zu Lande oder den neuerdings auch im Wasser stattfindenden Kämpfen – macht "Monster Hunter Tri" eine mehr als gute Figur.



Nicht offen, aber trotzdem sehenswert: die LandschaftAuf eine komplett offene Spiellandschaft muss allerdings weiterhin verzichtet werden, stattdessen werden mehrere Abschnitte durch gerade noch verträgliche Ladezeiten zu einem Gebiet miteinander verbunden. Die fast lebensechten Animationen, der große Detailreichtum und die prächtigen, weitläufigen Panoramaansichten trösten über dieses Manko jedoch hinweg. Eine Sprachausgabe wäre dennoch von Vorteil gewesen.



Die Hatz geht online weiter
Punkten kann der Titel im Gegenzug mit einem umfangreichen Mehrspieler-Part und zwar sowohl off- als überraschenderweise auch online. Während im kooperativen Splitscreen-Modus zwei Spieler in die Arena ziehen, können im kostenlosen Online-Modus bis zu vier Waidmänner eine Jagdgesellschaft bilden, um die unterschiedlichsten Quests in Angriff zu nehmen. Die Absprache erfolgt dabei bevorzugt über das Wii-Speak-Mikrofon. Wer Spannung im Team vermeiden möchte, sollte von einer Kommunikation mittels virtueller Tastatur während des Kampfes lieber absehen.





Fazit: Aller Anfang ist schwer, insbesondere für ungeübte Monsterjäger. Denn komplexe Menüs und Spielabläufe sowie die zum Teil überladene und schlichtweg ungenaue Steuerung (Stichwort: Zielfunktion) drohen den Spaß an "Monster Hunter Tri" noch vor der ersten echten Hatz zunichte zu machen. Durchhaltevermögen zahlt sich aber aus, wird der Spieler doch mit einem von der Wii lange nicht mehr gekannten Tiefgang, einer optisch anspruchsvollen Kulisse sowie einem umfangreichen Online-Part belohnt.
Plattform: Wii
Publisher: Capcom
krone.at-Wertung: 8/10

von Sebastian Räuchle www.krone.at

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