2030 braucht die Menschheit zwei Planeten

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Beitrag von sigi am Fr Okt 15, 2010 6:23 am

Seit Mitte der 1970er-Jahre leben wir über die Verhältnisse unseres Planeten. Soll heißen: Wir verbrauchen mehr Ressourcen, als die Erde nachhaltig, also ohne den Einsatz fossiler Energieträger, bereitstellen kann. Das Missverhältnis steigt weiter dramatisch an, bis 2030 bräuchten wir eigentlich zwei Planeten, heißt es jetzt im globalen Umweltbericht "Living Planet Report" des WWF. Besonders schlimm wirkt sich aber nicht nur die Verschwendung von Ressourcen, sondern auch die fortschreitende Zerstörung der Umwelt aus.


Für den alle zwei Jahre von der Umweltorganisation erarbeiteten Bericht wird unter anderem der "ökologische Fußabdruck" ermittelt. Dabei wird - vereinfacht gesagt - jene Fläche errechnet, die für die Aufrechterhaltung des aktuellen Konsumniveaus benötigt wird. Darin enthalten ist auch die Fläche, die notwendig wäre, um die eingesetzte Energie aus fossilen Quellen nachhaltig zu produzieren.
"Derzeit dauert es eineinhalb Jahre, damit die Erde ersetzen kann, was wir ihr in nur einem Jahr abringen. Wir brauchen also einen halben Planeten zu viel", so die WWF- Umweltexperten. Bis 2030 werden es laut den Prognosen zwei, bis 2050 drei Planeten sein. In den reicheren Staaten ist der ökologische Fußabdruck der Menschen etwa fünf Mal so groß wie in den ärmeren Ländern, wobei sich der Raubbau der Industriestaaten in den Tropenländern besonders negativ auswirkt

Der ökologische Fußabdruck Österreichs ist seit 2005 um vier Prozent gewachsen. Der Konsum der Österreicher beansprucht derzeit mehr als 44 Millionen globale Hektar. Ein Österreicher nimmt mit aktuellen 5,3 globalen Hektar fast doppelt so viel Biokapazität in Anspruch wie der Weltdurchschnitt. Würden alle Menschen so leben wie die Österreicher, wären bereits jetzt drei Planeten notwendig.
Was die Artenvielfalt auf der Erde angeht, sind laut LPR seit 1970 sind mehr als 30 Prozent der Arten geschwunden. Besonders dramatisch ist mit durchschnittlich 60 Prozent die Abnahme der Artenvielfalt in den Tropen. In den Ländern des Nordens haben sich dagegen viele Bestände erholt.

Als besonders schlimm erachten die Experten den Verlust in den tropischen Flüssen, wo fast drei Viertel der Arten verschwunden sind oder vermindert wurden. Hauptursachen für den Artenverlust sind die Abholzung der tropischen Regenwälder, der Bau von Dämmen und der Klimawandel. Umweltverschmutzung, Überfischung und zerstörerische Fischereimethoden tragen ebenfalls zum Artenschwund bei.
Ein dramatisches Bild zeichnet der Report für die Wasserressourcen des Planeten. So verfügen 900 Millionen Menschen über kein sauberes Trinkwasser und 2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Im Jahr 2025 werden laut den Prognosen 5,5 Milliarden Menschen mit Wasserknappheit kämpfen. Von 177 Flüssen weltweit, die länger als 1.000 Kilometer sind, fließen nur noch 64 frei. Zwei Millionen Tonnen giftiger Brühen vergiften jährlich die Meere und Flüsse der Erde. Indien, China und die USA haben den höchsten Wasser- Fußabdruck weltweit.

Wenn wir als Menschheit überleben wollen, darf die Weltbevölkerung auf Dauer nicht weiter wachsen", ist WWF- Naturschutzdirektor Andreas Wurzer überzeugt. Je früher die Trendumkehr geschafft werde, desto mehr Chancen hätten alle derzeit lebenden und zukünftigen Bewohner dieses Planeten. Weitere wichtige Maßnahmen seien die Reduktion des Konsums und des damit zusammenhängenden Ressourcenverbrauchs. Ein Beispiel: Für die Herstellung einer Tasse Milchkaffee mit Zucker braucht es fast 200 Liter Wasser.
Investitionen in die Energieeffizienz und die Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energieträger seien vordringliche Maßnahmen. Die Treibhausgasemissionen müssten bis 2050 um mindestens 80 Prozent reduziert werden, um ein weltweites Artensterben zu verhindern. Auch der Schutz der Meere und Flüsse brauche absolute Priorität. "Ohne einschneidende globale Maßnahmen wird das 21. Jahrhundert zu einem Jahrhundert der Umweltkatastrophen", sind die Experten überzeugt. www.krone.at

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