Enttäuscht gähnen bei "Star Wars: The Force Unleashed II"

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

default Enttäuscht gähnen bei "Star Wars: The Force Unleashed II"

Beitrag von sigi am Di Nov 09, 2010 7:47 pm

Eine lahme Geschichte, die nach zehn Minuten auf Nimmerwiedersehen verschwindet, sich wiederholende Areale und Gegner, unspannende Charaktere sowie ein Ende, das Star-Wars-Fans kopfschüttelnd zurücklässt, auf der einen Seite. Sehenswerte Effekte, coole Machtfähigkeiten und spaßige Action auf der anderen. "Star Wars: The Force Unleashed II" hinerlässt einen durchwachsenen Eindruck.






Wie in "Star Wars: The Force Unleashed" dreht sich auch der Nachfolger um Starkiller, einen Nachwuchs- Jedi beziehungsweise -Sith, geht es nach Darth Vader. Er hat den im ersten Teil verstorbenen Starkiller geklont, obwohl das angeblich bei Jedi unmöglich ist. So ist der Starkiller, dessen Geschicke der Spieler übernimmt, offenbar der erste "funktionsfähige" Klon, der nicht nur über die Macht- und Lichtschwert- Fähigkeiten des Originals verfügt, sondern auch einige seiner Erinnerungen geerbt hat. Darth Vader will sich der Loyalität des neuen Schülers versichern und trägt ihm auf, seine ehemalige Freundin Juno Eclipse zu töten. Starkiller bringt das jedoch nicht übers Herz, was ihn zum Todgeweihten macht. Doch er kann Vaders Mordversuch entkommen und flieht. Um Juno zu finden, muss er erst seinen alten Meister Rahm Kota finden, der in einer Gladiatorenarena ums Überleben kämpft.
Was als Einstieg ins Spiel spannend klingt, verliert in kürzester Zeit seinen Reiz. Nach den ersten zehn Minuten verschwindet die Geschichte auf Nimmerwiedersehen, ein paar wenige Sekunden kurze Erinnerungsschnipsel sollen reichen, um Starkillers Motivation zu verstehen. Aufgeklärt wird nichts mehr, die an sich interessante Story versandet. Ebenfalls ärgerlich: Sowohl Yoda als auch Kopfgeldjäger Boba Fett wurden als Teil des Spiels angekündigt, beide sind jedoch nur wenige Minuten lang zu sehen und völlig unerheblich für die Geschichte. Sie einzubauen wirkt wie der absichtliche Versuch, Star- Wars- Fans unter falschen Versprechungen zum Kauf zu bewegen. So geht's nicht, liebe Entwickler! Dabei krankt es schon bei den Hauptcharakteren an Tiefe, sogar Starkillers Emotionen kratzen trotz des guten Sprechers lediglich an der Oberfläche.



Leider enttäuscht das Spiel nicht nur auf dieser Ebene. Wer auch ohne gute Geschichte auskommen kann, wird sich nämlich bald an den ständigen Wiederholungen stören. Nicht nur, dass viele Areale gleich aussehen - es sind auch dieselben! Kämpft sich Starkiller durch ein Raumschiff, geht's eine halbe Stunde später auf demselben Weg wieder zurück. Besonders der letzte Teil des Spiels, der wieder in die Klonfabrik auf Kamino zurückführt, ist Langeweile pur. Starkiller hüpft von Plattform zu Plattform, zerstört Klonbehälter, hüpft weiter, das Gleiche noch einmal und so weiter. Ist Darth Vader entdeckt, hüpft dieser von Plattform zu Plattform, wirft Klonbehälter auf Starkiller und lässt seine Klone gegen ihn antreten. Wenigstens dieser Teil hätte berühren können, hätte spannend sein können - doch nein, auch hier herrscht Gähnalarm. Die Klone sind praktisch gesichtslos, haben nichts mit Starkiller gemein. Ob er sie tötet oder Roboter, es macht keinen Unterschied. Schade!






Immerhin macht das Kämpfen richtig Spaß, auch da sowohl Machtangriffe als auch die beiden Lichtschwerter in mehreren Stufen ausgebaut werden können. Die Steuerung funktioniert wunderbar, hier wurde gegenüber dem ersten Teil spürbar nachgebessert. Dank der Aufwertung von Starkillers Fähigkeiten und der guten Steuerung fallen die Kämpfe nach der Hälfte des Spiels allerdings etwas zu leicht aus, da Starkiller dann mehrere Gegner in den Abgrund schleudern oder per Blitz erledigen kann. Schwierig wird's nur in wenigen Situationen mit unzähligen einstürmenden Gegnern, die aufgrund nervig gesetzter Speicherpunkte jedoch nicht begeistern können. Ebenfalls ein großer Schwachpunkt des Spiels: Die Kontrahenten wiederholen sich zu oft, selbst große Widersacher verlieren so an Reiz. Lediglich die wenigen Bosskämpfe bringen Spannung ins Geschehen - von Darth Vader einmal abgesehen, der im Spiel einen jämmerlichen Kämpfer abgibt.

Neben der gut gelungenen Action, die die Macht fühlen lässt, ist die Grafik der zweite große Pluspunkt von "The Force Unleashed 2". Sie lässt sowohl Charaktere als auch Umgebung samt abperlendem Regen glänzen. Besonders Starkillers Machtfähigkeiten sind schön anzusehen, woran auch die Engine großen Anteil hat. Festkörper können zerstört werden und zerbersten imposant, Gegner wirbeln realistisch durch die Lüfte - die Inszenierung der Kämpfe lässt Actionfans strahlen.
Fazit: "Star Wars: The Force Unleashed II" bietet wunderbar inszenierte, schön anzusehende Kämpfe, die Action- Fans dank guter Steuerung eine Zeitlang begeistern werden. Die flache Geschichte, die sofort versandet, die uninspirierten Charaktere und die ständigen Wiederholungen lassen diese Vorzüge jedoch schnell vergessen. Besonders Star- Wars- Fans sollten keine großen Hoffnungen in diesen Titel setzen - sie seien gewarnt: Nicht nur vor dem verzichtbaren Minimal- Auftritt Yodas, sondern auch einer Endsequenz, die Liebhaber der Filme kopfschüttelnd zurücklässt. Wer auf eine gute Story Wert legt, sollte noch einen Punkt von der Wertung abziehen.


Plattform: Xbox (getestet), PS3, PC, Wii
Publisher: Activision
krone.at- Wertung: 7/10

von Bernadette Geißler www.krone.at

_________________
Wenn man der deutschen Sprache mächtig ist und lesen kann ist man viel im Vorteil!
avatar
sigi
Admin
Admin

Männlich
Anzahl der Beiträge : 5465
Alter : 58
Ort : Gratkorn
Arbeit/Hobbies : ja..eh alles...
Laune : wechselhaft
Anmeldedatum : 21.10.07

http://www.realhp.de/members/siegfried

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten