Ein erster Blick auf "L.A. Noire" von Rockstar Games

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default Ein erster Blick auf "L.A. Noire" von Rockstar Games

Beitrag von sigi am So Feb 27, 2011 3:08 pm

Wenn die Herren von Rockstar Games ("GTA", "Red Dead Redemption") nach Österreich kommen, dann meist, weil sie ein neues Spiel im Gepäck haben. So auch am Donnerstag, als sie in Wien ihr neuestes "Baby" präsentierten: "L. A. Noire". krone.at war vor Ort, um einen ersten Blick auf den hochspannenden Konsolen-Krimi im Los Angeles der Nachkriegszeit zu werfen und verrät, was Gamer erwartet.






June Ballard und ihre Nichte haben noch einmal Glück gehabt. Die alternde Schauspielerin und das minderjährige Mädchen wurden offenbar betäubt und anschließend in einem Wagen über einen Abhang befördert. Ein Schrumpfkopf- Imitat aus Gips war auf das Gaspedal gelegt worden. Dass die beiden mit dem Leben davongekommen sind, ist einzig und allein einer Werbetafel zu verdanken, die das Auto auf seinem Weg in die Tiefe abfing.
Auf Verbrecherjagd in L.A.


Als Cole Phelps, dekorierter Kriegsveteran und frisch ernannter Detective des LAPD, am Morgen darauf am Tatort eintrifft, ahnt er wohl noch nicht, dass ihm der Fall im Laufe des Tages eine Reihe brenzliger Situationen bescheren wird: Von Missbrauch und Erpressung ist plötzlich die Rede, und ehe er sich versieht, muss er einen perversen Filmproduzenten vor einer Meute Gangster in Sicherheit bringen. Verfolgungsjagd, Schlägerei und Schusswechsel inklusive.






Der Stift als bevorzugte Waffe


Dabei mag es Phelps eigentlich eher gemütlich. Seine bevorzugten Waffen sind ein Notizbuch und ein Stift. Mit diesem notiert sich der Cop Zeugenaussagen, vermerkt Beweisstücke und protokolliert Ungereimtheiten, die sich während der Ermittlungen ergeben. Fast noch wichtiger als diese beiden Utensilien ist jedoch seine Menschenkenntnis, gepaart mit einer gewissen Kombinationsgabe. Denn für ihren jüngsten Spross - und das ist die Besonderheit - haben sich die Macher von Rockstar Games etwas ganz besonderes einfallen lassen.

Böse Miene zum guten Spiel


Um die Mimik der Charaktere möglichst realistisch aussehen zu lassen, wurden in einem speziellen Verfahren die Gesichter von rund 300 Schauspielern aus allen nur erdenklichen Perspektiven gefilmt und anschließend mit den zuvor per Motion- Capturing- Verfahren aufgenommenen Bewegungen der Akteure kombiniert (siehe Video in der Infobox). Das Ergebnis ist beeindruckend und wirkt fast schon lebensecht. Für den angehenden Ermittler macht dies die Sache allerdings nicht leichter: Jeder noch so kleine Augenaufschlag oder ein falsches Lachen können nun bereits als Indiz für oder gegen eine Person gewertet werden.
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht



Phelps' Aufgabe ist es nun, diese Zeichen richtig zu interpretieren und seine Verhörmethoden dahingehend abzustimmen. Hat der Zeuge die Wahrheit gesagt oder lügt er? Ist sich der Polizist seiner Sache unsicher, kann die Frage notfalls - als dritte Option – auch noch einmal gestellt werden, diesmal allerdings mit etwas mehr Nachdruck. Vorschnelle Schlüsse zu ziehen kann nämlich unangenehme Folgen haben – kein Zeuge möchte schließlich gerne fälschlicherweise verdächtigt werden.
Auf der Suche nach Beweisen


Ist Phelps gerade nicht mit der Einvernahme von Zeugen beschäftigt, dann sucht er gemeinsam mit seinem ihm vom Dezernat zugeteilten Partner die Tatorte und Schauplätze nach Beweismitteln ab. Die Entwickler haben hierbei einen interessanten Ansatz gewählt: Statt einer klassischen und von Adventures bekannten Hotspot- Anzeige, um Gegenstände optisch hervorzuheben, weist ein musikalisches Motiv die Cops darauf hin, wenn sich untersuchenswerte Objekte in der Nähe befinden.





Licht und Schatten in der Stadt der Engel


Letzteres ist auch gut so, denn wie nicht anders zu erwarten strotzt die Welt von "L.A. Noire " nur so vor Details. Auch wenn es sich nicht um ein Sandbox- Game im klassischen Sinne handelt und die Story mit ihren aktuell rund 20 in sich abgeschlossenen Fällen weitgehend linear verläuft, haben Rockstar Games und die australische Spieleschmiede Team Bondi Monate damit verbracht, das L.A. der späten 40er- Jahre zu neuem Leben zu erwecken. Historische Stadtpläne, Zeitungsartikel und Polizeiakten wurden dafür studiert und auch so manche reale Begebenheit in das Spiel mit eingeflochten.
Herausgekommen ist ein virtuelles Los Angeles, welches das Spannungsfeld zwischen Glanz und Glamour der Goldenen Ära Hollywoods einerseits, und die unter der glitzernden Hülle brodelnde Unterwelt andererseits förmlich spürbar macht. Das Ausmaß an Korruption, Mord und Betrug nimmt dabei im Verlauf des Spiels laut Rockstar zu, bis Phelps letztlich in Ereignisse verwickelt wird, "die er selbst nicht mehr kontrollieren kann und die die Wahrheit über die dunkle Seele von Los Angeles in den Jahren nach dem Krieg ans Licht bringen", wie es in einer Presseaussendung heißt.
Startschuss für den Konsolen- Krimi Ende Mai


Was es damit auf sich hat, sollen Gamer ab dem 20. Mai auf PS3 und Xbox 360 in Erfahrung bringen können. Der erste Eindruck nach zwei Stunden "L.A. Noire" in Wien macht jedenfalls schon jetzt Lust auf mehr. Die Chancen, dass Rockstar den Erfolg von "Red Dead Redemption" noch einmal überbeitet, stehen also gut.
von Sebastian Räuchle www.krone.at

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