In den USA können Tornados "richtige Monster" sein

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Beitrag von Admin am So Mai 01, 2011 9:36 am

Anlässlich der verheerenden Tornados in den USA berichtete Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Donnerstag, dass Wirbelstürme in der berühmten "Tornado Alley" im Mittleren Westen der USA "richtige Monster" sein können. "Die geografischen und meteorologischen Einflüsse spielen dort perfekt zusammen", so der Experte. Doch auch in Österreich sind Wirbelstürme keine Seltenheit.


Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden entstehen. Sie haben die Gestalt eines rotierenden Schlauchs, der von einer Regenwolke bis zum Erdboden reicht. Trotz ihres relativ geringen Umfangs verfügen sie über die stärkste Energie aller Wirbelstürme und können schwerste Verwüstungen anrichten. Die Windgeschwindigkeit innerhalb des Wirbels mit einem Durchmesser von einigen Dutzend bis zu wenigen 100 Metern kann in Extremfällen bis zu 500 Kilometer pro Stunde betragen.
Meist entstehen die Wirbelstürme bei Gewittern. Wenn an der Erdoberfläche die Luft stark erhitzt wird, steigt sie auf und ballt sich zu Gewitterwolken. Bei heftigen Gewitterböen kann die Steiggeschwindigkeit bis zu 40 Meter pro Sekunde betragen. Die Luft unter der Böe beginnt dann immer schneller zu rotieren und bildet den typischen Schlauch aus aufgewirbeltem Staub. Da aus jeder starken Gewitterzelle ein Wirbel entstehen kann, ist die Vorwarnzeit äußerst kurz: Trotz ausgefeilter Radartechnik können Tornados im besten Fall einige Stunden vorher festgestellt werden.

In der "Tornado Alley" der US- Staaten Texas, Oklahoma, Kansas und Nebraska sind die Wirbelstürme besonders verheerend: Hier trifft kalte, trockene Luft aus Kanada mit warmen, feuchten Luftmassen aus dem Golf von Mexiko zusammen. Außerdem haben sie in der riesigen, flachen Ebene im Zentrum des nordamerikanischen Kontinents "viel Platz", wie Hohenwarter betonte. Zwischen Kanada und dem Golf gibt es keine schützenden, blockierenden Bergketten. Nach Westen können die Luftmassen nicht entweichen, dort liegen die Rocky Mountains, im Osten die Appalachen.

In Österreich sind zwischen 1951 und 2003 88 Tornados registriert worden, so die aktuellste Statistik von ZAMG- Klimatologe Otto Svabik und Alois Holzer vom Kompetenzzentrum für lokale Unwetter. Bis inklusive 2010 wurden laut Schätzungen rund elf weitere Windsäulen am heimischen Himmel beobachtet. Ein "Tornado- Verdacht" entpuppt sich manchmal als "Downburst": "Im Zuge von Gewittern kommt es zu Fallböen, die weit mehr als 100 km/h Windgeschwindigkeit erreichen können. Die Entstehung ist ähnlich der von Tornados, aber es gibt keine Rotationsbewegung. Tornados bewegen sich wie Walzen", erläuterte Hohenwarter.
Der bisher folgenschwerste Wirbelsturm in Österreich wurde am 10. Juli 1916 registriert: Mit Spitzengeschwindigkeiten von 300 km/h fegte ein Tornado von Bad Fischau durch Wiener Neustadt bis nach Lichtenwörth. Der ein Kilometer breite und drei bis fünf Kilometer hohe Windschlauch legte eine 20 Kilometer lange Zugbahn zurück. 32 Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt.
Wirbelstürme dieser Kategorie mit Windgeschwindigkeiten von 300 km/h wurden noch drei weitere Male in Österreich registriert: Am 11. August 1994 zog ein Tornado in St. Michael im Burgenland eine zwei Kilometer lange Spur der Verwüstung. In der Steiermark sorgten 1998 Tornados in Weinburg am Saßbach sowie in Vornholz für entwurzelte Bäume, zerstörte Wälder, Stromausfälle und eingedrückte Mauern. www.krone.at

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