Riesiger Massen-Crash im Weltall rekonstruiert

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Beitrag von Admin am Fr Jun 24, 2011 11:17 pm

Ein deutsches Astronomen-Team hat eine gigantische Massenkarambolage im All aufgeklärt. Die Gruppe um den Heidelberger Forscher Julian Merten rekonstruierte eine etwa 350 Millionen Jahre andauernde Serie von Kollisionen, aus der ein Galaxienhaufen mit vielen Billionen Sternen entstand. Laut einem Bericht der Europäische Südsternwarte ESO ist er wahrscheinlich das Ergebnis eines gewaltigen Zusammenpralls von mindestens vier einzelnen Galaxien.

Genau wie ein Unfallsachverständiger, der die Trümmerstücke wieder zusammensetzt, um die Unfallursache zu finden, können wir mit Beobachtungen solcher kosmischen Massenkarambolagen den Ereignissen auf die Spur zu kommen, die sich über Hunderte von Millionen Jahren hinweg während des Zusammenstoßes abgespielt haben", erklärte Merten, der an der Universität Heidelberg arbeitet. Die Forscher nutzten für ihre Studie starke Teleskope wie das Very Large Telescope der ESO in Chile und das Weltraumobservatorium Hubble .

Die Astronomen entdeckten dabei eine Reihe von Besonderheiten. Die einzelnen Galaxien machen den Angaben zufolge lediglich fünf Prozent der Gesamtmasse des entstandenen Galaxienhaufens Abell 2744 (Bild) aus. Der Rest bestehe zu etwa 20 Prozent aus heißem Gas und zu etwa 75 Prozent aus sogenannter Dunkler Materie , die nicht sichtbar ist. Die ungleichmäßige Verteilung der verschiedenen Arten von Materie in dem Haufen sei sehr ungewöhnlich, schreiben die Forscher in einem Fachartikel, der in den "Monthly Notices" der Royal Astronomical Society erschienen ist.

Die Zusammenstöße hätten offenbar einen Teil des heißen Gases und der Dunklen Materie voneinander getrennt, so die Forscher. In dem Galaxienhaufen könnten damit verschiedene Phänomene beobachtet werden, die bisher in anderen Systemen nur getrennt erforscht werden konnten. Die Astronomen erhoffen sich dadurch auch Hinweise auf die Eigenschaften der Dunklen Materie.

Die 1962 gegründete Europäische Südsternwarte ESO ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die ESO durch ihre 15 Mitgliedstaaten, zu denen seit dem Juli 2008 auch Österreich gehört. www.krone.at

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