2009 ist das "Jahr der Astronomie"

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Beitrag von sigi am Mi Dez 31, 2008 10:10 pm

Es war der Blick in eine neue Ära: Als der italienische Naturforscher Galileo Galilei 1609 das erste astronomische Teleskop zum Himmel richtete, entdeckte er eine bis dahin unbekannte Welt. Die Mondgebirge, die vier hellen Trabanten des Jupiter, die Sichelgestalt der Venus - Galileis Entdeckungen schrieben Wissenschaftsgeschichte und trugen maßgeblich zum Durchbruch des revolutionären Weltbildes bei, das die Sonne anstelle der Erde ins Zentrum des Sonnensystems rückte. Die Himmelsbeobachtungen des Italieners vor 400 Jahren haben die Vereinten Nationen zum Anlass genommen, 2009 zum "Internationalen Jahr der Astronomie" zu erklären.




Ziel des Astronomie-Jahres ist, das Weltall für jeden erlebbar zu machen - Millionen Menschen sollen Galileis bahnbrechende Entdeckungen durch Himmelsbeobachtungen an Sternwarten, Vorträge und Ausstellungen nachvollziehen. Die Teilnehmer werden dabei eintauchen in die Geschichte der Himmelskunde, aber auch von den Fortschritten in der modernen Astronomie erfahren. Denn seit Galilei durch sein Fernrohr blickte und der Astronom Johannes Kepler ebenfalls 1609 sein wegweisendes Buch "Astronomia nova" veröffentlichte, haben die Wissenschafter unser Bild vom Universum gleich mehrfach revolutioniert.
Galileis bahnbrechende Entdeckung
Gerade mal 42 Millimeter Durchmesser besaß die Linse des Fernrohrs, das Galilei zum Firmament richtete. Bei nur rund 20-facher Vergrößerung erkannte er unter anderem, dass unser Schwesterplanet Venus sichelförmig erscheint. Dieses Phänomen barg erheblichen Sprengstoff: Denn erklärbar ist die Sichelgestalt der sonnennahen Venus aus unserem Blickwinkel nur, wenn sich alle Planeten um die Sonne drehen und nicht etwa Sonne und Planeten um die Erde. Dass die Sonne im Mittelpunkt des Sonnensystems steht, hatte bereits im 16. Jahrhundert der Astronom Nicolaus Copernicus herausgefunden. Doch trotz der Beobachtungen Galileis setzte sich diese Erkenntnis erst Ende des 17. Jahrhunderts endgültig durch.
Freilich war die Revolution des Copernicus, die nicht weniger als die Verbannung der Erde aus dem Mittelpunkt des Kosmos bedeutete, nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum modernen Verständnis des Universums. Mit immer besseren Instrumenten und Beobachtungsmethoden fanden die Astronomen heraus, dass unser Sonnensystem nur winziger Teil einer gigantischen Welteninsel ist: unserer Milchstraße. Im nächsten Schritt erkannten die Forscher, dass die Milchstraße wiederum nur eine von Abermilliarden Galaxien im All darstellt - und dass das Universum beständig expandiert.
Immer bessere und größere Teleskope
Die Teleskope, die diese Entdeckung möglich machten, waren die Nachfolger von Galileis Fernrohr - auch wenn sie technologisch ihren Urahn längst um Lichtjahre überholt hatten. Im Rennen um den Bau immer größerer Instrumente wurden die Linsenfernrohre schnell von den lichtstärkeren Spiegelteleskopen überholt. Bereits 1949 wurde auf dem Mount Palomar in den USA ein solches Teleskop mit damals nahezu unvorstellbaren fünf Metern Spiegeldurchmesser errichtet. Seine Empfindlichkeit war so hoch, dass es das Licht einer Kerze in 5.000 Kilometer Entfernung registriert hätte.

Doch auch das Palomar-Teleskop ist heute Geschichte. Die neue Generation der Riesenspäher besitzt Spiegel mit acht Metern Durchmesser und mehr - darunter das "Very Large Telescope" der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile mit vier zusammenschaltbaren Spiegeln von je 8,2 Metern Durchmesser, und die Keck-Teleskope mit zwei Zehn-Meter-Spiegeln auf dem Mauna Kea auf Hawaii. Schon gibt es ESO-Pläne für ein Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von sage und schreibe hundert Metern.
Weltraumteleskop "Hubble" liefert fantastische Bilder
Fantastische Bilder aus dem All liefert zudem schon seit Jahren das Weltraumteleskop "Hubble", das mit seinem 2,4-Meter-Spiegel die Erde umrundet und ohne Störungen durch die Atmosphäre ins All spähen kann. 2013 soll "Hubble" durch das "James-Webb-Space-Telescope" mit seinem 6,4-Meter-Spiegel abgelöst werden. Damit wird der "Hubble"-Nachfolger noch weiter in den Kosmos vordringen - fast bis zum Anfang des Universums.
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Beitrag von Talita am Mi Jan 14, 2009 4:35 am

In Österreich sind unter dem Motto
„Das Weltall: Du lebst darin – entdecke es!“ folgende Schwerpunkte geplant:


Jänner bis März 2009
Sternstunden der Astronomie
Im Oktober 1608 wurde erstmals ein Teleskop patentiert. Schon im Jahr darauf setzte Galilei
ein Linsenfernrohr für astronomische Beobachtungen ein und machte sogleich spektakuläre
Entdeckungen. Eine Reihe von „Sternstunden der Astronomie“ folgte, sodass wir heute
Milliarden Lichtjahre in die Vergangenheit schauen können.


Bild-Quelle: www.math.uni-hamburg (Galilei-Teleskop)


April bis Juni 2009
Wie viele Sterne sehen wir noch?
Auf Satellitenaufnahmen ist es überdeutlich – die menschliche Zivilisation bringt Licht bis in
die entlegendsten Winkel der Erde. Was dabei verloren geht, wird erst langsam klar. Die welt-
weite Aktion „Wie viele Sterne sehen wir noch?“ will dies verdeutlichen.

Juni bis September 2009
Astronomie und Naturerleben
Tausende Menschen in Österreich betreiben Astronomie, weil sie die obere Hälfte unserer
Umwelt mindestens genau so fasziniert, wie die untere. Auf Straßen, in Naturparks, an wun-
derschön gelegenen Sternwarten und in Planetarien wird diese Faszination in der Aktion
„Astronomie als Naturerleben“ vermittelt.


Bild-Quelle: www.wald-koenigsleiten.at (Sternwarte)

Oktober bis Dezember 2009
Astronomie, Astrophysik und unser Weltbild
Berühmte Astronomen haben unser Weltbild verändert. Manche davon, wie Kepler, haben in
Österreich gewirkt. Ihre Spuren sind noch heute präsent. Doch – sind sie es wirklich? Oder
haben wir sogar schon den Unterschied zwischen Astronomie und Astrologie vergessen?


PS:
Ich war schon einige Male in der "Königsleiten" Sternderlschau'n.
Die Sternwarte liegt auf ca. 1600 m Seehöhe und es ist, als wär man dem Himmel
noch ein Stückerl näher. Ein Traum-Erlebnis bei Neumond !!!

Auch super für Kids, denen ja hin und wieder mit den Eltern so faaad is ...


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